- Weinwelt
Jahrgangsguide: die Bewertung der Weine nach Region
- Do., 9. Juli 2026

Sie fragen sich ebenfalls, nach welchen Kriterien sich die Qualität eines Weins von Jahr zu Jahr bemisst? Keine Sorge, das ist völlig normal – und genau dabei möchten wir Sie begleiten: bei der Suche nach dem richtigen Jahrgang je nach Region. Am Ende dieses Artikels haben Sie keinerlei Zweifel mehr daran, welche Jahrgänge in den einzelnen französischen Weinregionen gelungen sind!
Die Karte der Jahrgänge
Ob im Elsass, in Bordeaux, im Burgund, in der Champagne, im Rhônetal, an der Loire oder auch in der Provence: Jede Weinregion hat ihre eigenen klimatischen Bedingungen, ihre Hitzewellen, ihre Frost- oder Hagelrisiken, was sich unmittelbar auf die Jahrgänge auswirkt. Sie sind der wichtigste Faktor für die Qualität eines Jahrgangs. Hinzu kommt, dass die Rebsorten ein und derselben Region unterschiedlich auf die Witterung reagieren können und derselbe Jahrgang bei Weiß- und Rotweinen daher unterschiedlich ausfällt.
Dank unserer Bewertung können Sie mit voller Sicherheit den außergewöhnlichen Jahrgang auswählen, den Sie nicht verpassen sollten, und die weniger gelungenen meiden. So erhalten Sie einen wertvollen Leitfaden, um je nach Jahr und Region die beste Wahl zu treffen.

Eine kurze Erklärung für Einsteiger: Der Begriff „Jahrgang" bezeichnet das Jahr der Weinlese und nicht das Jahr der Markteinführung, die bei manchen Grands Crus Classés ein bis zwei Jahre oder sogar länger dauern kann. Diese Unterscheidung zwischen Erntejahr und Vermarktungsjahr ist wichtig.
Die Karte der Jahrgänge in Zahlen
Fokus auf den Jahrgang 2022
Werfen wir zunächst einen Blick zurück auf den Jahrgang 2022. In Bordeaux bietet dieser Jahrgang laut Experten seidige Tannine, eine hohe Qualität und ein großes Lagerpotenzial. Auch wenn die moderne Weinbereitung neue Techniken eröffnet, scheint der Bordeaux-Jahrgang 2022 sein Jahr authentisch widerzuspiegeln – eine ausgezeichnete Nachricht für alle Weinliebhaber, die die Tradition und die Geschichte hinter jeder Flasche schätzen. Ganz allgemein zeigt sich in Gesprächen mit Winzern im Burgund, an der nördlichen Rhône, im Languedoc-Roussillon oder im Loiretal, dass 2022 ein Jahr ist, das ihnen allen ein Lächeln ins Gesicht zaubert – sowohl in puncto Menge als auch in puncto Qualität.
Jahrgang 2023
Jahrgang 2024
2 Jahrgänge, die herausragen
In den meisten französischen Weinregionen lassen sich zwei außergewöhnliche Jahre recht leicht ausmachen: 2010 und 2019. Beim Jahrgang 2010 lag die Messlatte nach einem bereits sehr gelungenen Jahrgang 2009 sehr hoch. Die Wetterbedingungen waren jedoch schwierig: Im Winter fielen die Temperaturen bis auf -20 Grad, und zu Frühlingsbeginn kam es in zahlreichen Regionen zu Frost. Der Sommer zeigte sich dennoch milder und warm genug, um einen guten Abschluss des Vegetationszyklus der Reben zu sichern, und auch der Mensch spielte bei der Bewältigung der verschiedenen Schwierigkeiten eine entscheidende Rolle.

Der Jahrgang 2019 wiederum erlebte einen relativ milden Winter, der zu einem frühen Austrieb der Reben führte – was das Ende der Saison hätte gefährden können. Der kühle Frühling stellte das Gleichgewicht jedoch wieder her und verhinderte negative Folgen. Einige Regionen, darunter Bordeaux, waren besonders von Frostrisiken betroffen und mussten zu Schutzmaßnahmen greifen, etwa dem Entzünden von Feuern in den Weinbergen. Glücklicherweise bewahrten diese Anstrengungen die Rebflächen, und die Blüte verlief normal. Die nächste Herausforderung war die sommerliche Hitze, doch die Natur tat ihren Teil und brachte willkommene Niederschläge. Dieser Regen sorgte für Frische und zusätzliche Vitalität in den Trauben und begünstigte so eine qualitativ hochwertige Ernte für den Jahrgang 2019.
Ein schwieriger Jahrgang 2013
Der Jahrgang 2013 war in Frankreich von launischem Wetter geprägt und rief zahlreiche Kritiken hervor, noch bevor die Weine überhaupt abgefüllt waren. Voreilige Schlüsse sollte man jedoch nicht ziehen. Zwar litten die meisten französischen Weinberge unter einem schwierigen Winter und Frühjahr, doch die Ergebnisse sind nicht desaströs – es gab sogar schöne Überraschungen. Zu echten Katastrophen kam es bei einzelnen Winzern, insbesondere in Bordeaux und im Burgund, wo heftige Hagelstürme im Juni und Juli 2013 zu Ernteverlusten von 30 bis 80 % führten.
Eine wachsende Weinqualität
Heute beobachten wir in jeder unserer französischen Regionen eine allmähliche und gleichmäßige Verbesserung der Weinqualität. Dank des stetig wachsenden önologischen Know-hows ist es inzwischen selten geworden, wirklich mittelmäßige Weine zu finden. Trotz schwieriger klimatischer Bedingungen – zu milde Winter oder Frühjahre, zu trockene Sommer – stellen die französischen Winzer ihr Talent unter Beweis und erzeugen qualitativ hochwertige, köstliche Weine.
